Zu meiner großen Freude habe ich Charly Klauser im Exklusiv-Interview.
Wir sitzen in einem Meer von wunderschoenen Sonnenblumen und die Sonne scheint:
Charly: Cool, ja, dann freue ich mich.
Susanne:
Ich freu mich auch sag mal Charlie, du bist ja so ein multifunktionales Musikgenie.
Wie viele Instrumente spielst du denn eigentlich?
Charly:
Es macht einen Unterschied ob ich für mich im Kämmerlein spiele oder aktiv auf der Bühne ca. 7-8: Schlagzeug,
Bass Gitarre, Klavier, Gesang, Geige, Percussion.
Susanne:
Wie hat sich das zugetragen? Wann hast du festgestellt, dass du so ein großartiges Genie bist und nahezu alles spielen kannst?
Charly: Selbst empfindet man das meistens nicht so, so wie auch jemand, der irgendwie sehr viele Sprachen sprechen kann.
Das liegt daran, dass ich mich ja nie entscheiden konnte und nie festlegen konnte und wollte.
Charly: Ich habe Lust auf ganz viele Musikstile und ganz ganz viele Länder und ich mag einfach Unterschiede und daher
ist das nicht nur Geige, sondern auch Schlagzeug und Percussion.
Heute steht meine ältere Schwester mit dem Bass mit uns zusammen auf der Bühne. Es ist eine ziemliche Familienband.
Sie hat schon mit 5 Jahren Geige, ich war zwei Jahre alt und dann konnten meine Eltern nicht anders, als mir auch so eine
kleine kleine Geige zu holen. und dass ich dann damit „gequäkt“ habe, bis ich irgendwann mit drei oder so auch im Orchester
mitspielen durfte.
Natürlich ein bisschen rudimentär, aber es gibt Beweisfotos. Dann hat sich das so entwickelt, ich hab auch relativ schnell Klavier gespielt.
Susanne: Wahnsinn!
Wir sind heute auf dem Goldgelb Festival, du bist aber schon ganz schön viel rumgekommen und hast auch schon sehr viele
tolle Musiker, Kollegen und Kolleginnen kennengelernt im Leben und hast mit ihnen gemeinsam Musik gemacht.
Susanne: Mit wem hattest du denn schon das Vergnügen?
Charly: Es gibt viele Namen, die grassieren und viele, mit denen ich aktuell noch unterwegs bin, wie z.B. Peter Maffay.
Das ist ein ganz großer Baustein, weil ich seit 14 Jahren in der Band bin. Carolin Kebekus bin ich auch seit 13 Jahren dabei,
als Schlagzeuger in einer Fernsehshow auch alle möglichen Instrumente, aber hauptsächlich Geige, Percussion, Gesang
und Background Vocals. Aber ich fing schon früh an und hab dann mit Rage einer Metal Band Musik gemacht,
ein Streichquartett, mit dem ich um die Welt gefahren bin, mit Sascha, mit Tim Bendzko mit Jeanette Biedermann mit all
diesen Menschen hab ich schon Musik gemacht.
Susanne: Sagenhaft!
Susanne: Und wie lange stehst du schon auf der Bühne?
Charly: Mit Beweisfoto von dem Orchester ist es wohl so, das ich mit zwei Jahren schon auf der Bühne stand,
aber es mehrere Konzerte gab und ich dann mit fünf und sechs eben Wettbewerbe und alles mögliche Frühlingskonzerte
von der Berufsschule und mit zwölf hab ich dann meine Mädels Rockband „The Black Sheep“ gegründet.
Mit Black Shell habe ich richtige Konzerte gespielt und dann ging das Tourleben richtig los, mit zwölf.
Susanne: Mit zwölf auf Tour, das ist ja der Wahnsinn, echt.
Charly: Ja ja, aber meine Schwester, meine Schwester und ich sind mit unserer Mädels Band schon viel rumkutschiert.
Witzigerweise ist heute meine Mama dabei. Die hat uns damals natürlich gefahren, weil wir ja mit zwölf noch keinen Führerschein
hatten. Sie war natürlich jetzt ganz ganz lange nicht mehr mit. Heute saßen wir alle zusammen im Bandbus und haben uns gefühlt
wie in den alten Zeiten.
Susanne: Ja. und ein Lächeln.
Charly: Sie hat uns immer nach Berlin zu einem Konzert gefahren und nach Hamburg oder noch irgendwo anders hin zu den Konzerten
gefahren und jetzt sind wir drei Mädels heute wieder vereint.
Susanne: Das ist super und sagenhaft schön.
Charly: Ist wirklich ganz schön und ich freu mich auch.
Susanne: Und sag, was war dein größtes Erlebnis auf Tour, wo du sagst wow, das hat wirklich alles aus den Angeln gehoben?!
Charly: Das war ein Konzert letztes Jahr mit dem eigenen Song quasi bei diesen World Games. Ich hab mal in einem Stadion
ein Konzert gespielt mit einem eigenen Song bei den FE the World Games. Das war schon sehr krass. Mit Peter Maffay spielen
wir ja öfters mal in einem Stadion, aber einen eigenen Song dazu zu singen und danach gab’s dann Feuerwerk im Stadion,
weil diese Sportspiele eröffnet worden sind. Also das war schon sehr, sehr special.
Es kommt gar nicht so auf den Ort oder die Venue an, oder auf die Menge der Leute, sondern ich habe früher auch so auf
chinesischen Musik Messen gespielt. Es war auch total spannend, mal in andere Kulturen und Länder rein zu huschen
und mal zu sehen. Wie funktioniert es dann hier eigentlich, das finde ich sehr bereichernd.
Susanne: Das glaube ich, das ist auch super und die gehen genauso wie uns unsere?
Charly: Bei uns in Deutschland gibt’s ja sehr viele Gesetze. Bestimmungen, das gab’s da nicht, da hat wirklich jeder auf
seinem Messestand die Lautstärke einfach hochgefahren und ich dachte mir „oh mein Gott“ das war ungewohnt, das auf jeden Fall.
Susanne: Charlie, du bist ja auch Songwriter, woher nimmst du deine Inspiration? Woher kommt deine Inspiration, deine Ideen?
Erzähl mal, wie ist es so bei dir?
Charly: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, ich möchte möglichst viel erleben. Darum geht’s auch in meinen Songtexten.
Und wie bewerkstelligt man das, dass man das alles, so dass man abends glücklich und zufrieden ins Bett geht?
Ich fordere auch sehr viel von mir. Ich liebe Reisen, ich liebe Begegnungen mit Menschen und daraus und aus den Gesprächen
mit Leuten, die ich kenne und Freunden und und manchmal ist es auch der Typ im Café, der den Kaffee macht und mal irgend
so eine Lebensweisheit raushaut, wo ich mir denke: Ja, wir haben vielleicht sehr unterschiedliche Jobs, aber im Herzen
könnten wir vielleicht sehr ähnlich ticken.
So zwischenmenschliches finde ich auf jeden Fall sehr interessant und das pack ich auch in meine Texte rein und musikalisch,
egal, wenn ich mich an irgendein Instrument setze, würde mir auf jeden Fall musikalisch was einfallen, wo ich mich ausprobiert.
Ich denke, das ist aber schön und nächste Nacht gefällt es mir dann doch wieder nicht mehr.
Das ist dieser kreative Prozess, den man sich aussetzt. Es geht so auf und ab, oder ich hab eine ganz tolle Idee
und am nächsten Tag denke ich mir dann, das klingt wie alles andere, was ich schon geschrieben habe.
Aber auf jeden Fall wenn ich mich an ein Instrument setze, dann kommt der Funke. Manchmal will ich nur üben
und dann mache ich einen Fehler.
Ich dachte mir: Oh, das war ja auch schön, wenn das so wäre und dann Zack Zack Zack und dann hat man wieder ein
weiteres Stück Kreativität.
Susanne: Das ist toll! Es ist also alles im Fluss…
Charly: Es ist alles im Fluss.
Um Musik zu machen, musste ich in den letzten Jahren auch sehr viel organisieren, habe viel Business
und viele Soloprojekte gemacht.
Ich bin die Chefin der ganzen Firma. Heute bin ich ja auch mit neun Leuten da, da muss ich alles organisieren und da
hab ich mich jetzt auch schon in den letzten Jahren ein bisschen kaputt gearbeitet. So dass ich weniger zum Musik
machen kam und ich merke, dass mich gar nicht so glücklich bin. Ich muss jetzt irgendwie wieder den Weg zurückfinden.
Susanne: Ja, das verstehe ich sehr gut, denn wenn man ein kreativer Mensch ist und diese Kreativität auch ausleben darf,
das Büro, die Organisation, die Arbeitsabläufe und so weiter alles selbst bewerkstelligt, dann ist es schon wirklich sehr viel Arbeit
und wenn das überhand nimmt, dann bremst es schon gescheit aus.
Charly: Ja, total ist doch vollkommen klar, dass ich auch meine E-Mails lesen muss. Ich war ja jetzt im März mit meiner
eigenen Band auf Tour und habe das alles selber organisiert. Da saß ich dran das zu stemmen und das ist auch so eine krasse
Verantwortung, das muss man auch wollen, ob man alles selber macht oder ob man einfach nur auf Tour ist und spielt
und dann ist es auch ein ganz anderer Berufszweig wenn die Organisation von anderen Menschen übernommen
wird eine große Aufgabe.
Es macht auch sehr viel Spaß, aber es ist halt auch eine andere Verantwortung und eine andere Arbeit.
Susanne: Das weiß ich aus eigener Arbeit. Das ist wirklich eine Herausforderung, aber wenn alles erledigt ist und es läuft
und es groovt, dann ist es schon wirklich super und dann ist es auch wie Weihnachten und Ostern zusammen,
und es bringt schon großes Happiness.
Susanne: Charly, bist du denn eigentlich aufgeregt, wenn du auf die Bühne gehst?
Charly: Nicht immer, wenn gleich die ersten Töne auf der Bühne gespielt werden, dann ist es natürlich schon aufregend und
super. Und jetzt ist auch der JB Meijers, also der Gitarrist von Peter Maffay mit am Start. Der JB der hat sich jetzt wirklich
2 Stunden Zeit drauf geschafft und er spielt jetzt komplett heute mit.
Susanne: Ich hab mir vorhin schon gedacht, dass ich ihn gesehen habe. Na, das ist doch der JB Meijers von Peter Maffay,
dachte ich so bei mir.
Den kenne ich doch auch. Eine Sekunde lang habe ich gedacht, das kann nicht sein, man erwartet es halt nur nicht,
dass man ihn dann auch woanders auf der Bühne sieht.
Charly: Auch in der Familie haben wir schon zwei Songs miteinander produziert und haben auch schon öfter miteinander
Musik gemacht, Konzerte gespielt und so. Das ist die schönste Location hier, die du dir hättest aussuchen können.
Susanne: Freut mich sehr, dass es dir so gut gefällt und dass du dich so wohlfühlst und es mit den Sonnenblumen ist.
Einfach so schön ist.
Charly: Hier hat der Veranstalter alles wirklich gut organisiert, sodass die Sonnenblumen im Mai gepflanzt worden sind.
Die kleinen nach vorne, die größeren nach hinten, damit es eine total schöne Atmosphäre wird und dann auch zur
rechten Zeit in der richtigen Blüte ist, damit alles perfekt ist für dieses Festival.
Charly: Na, vielleicht kommt ihr ja nächstes Jahr vorbei aufs Gold-Gelb Festival in Aichwald-Krummhardt
und genießt die Festivaltage. Die Sonnenblumen und das schöne Ambiente. Und vielleicht ist Charlie Klauser
ja auch wieder mit dabei.
Susanne: Sag mal, Charlie, diese CD, die hier vor uns steht, ist deine aktuellste neueste CD?
Charly: Theoretisch nicht, die wurde vor zwei oder drei Jahren veröffentlicht und seitdem hab ich so einzelne Songs
rausgebracht. Hab so eine kleine EP gepackt. Das sind auch jeweils für Songs drauf und auf der EP sind die neuen Songs drauf.
Die beiden Songs, die sie mit JB zusammen geschrieben hat und heute also am Konzert Tag auch gespielt, die sind auch auf
der neuen EP drauf. Der Song „Willkommen im Leben“ und „Es liegt an uns“.
Echt schön, und wir haben noch viel mehr im petto, aber es kam tatsächlich nicht dazu, dass wir sie fertig hätten machen können, bisher.
Ich werde nun meine Stimme ölen, noch ein bisschen was aufbauen und dann ist Soundcheck. Du kannst gerne den Soundcheck
anschauen und beim Konzert wirst du ja heute hoffentlich auch in der ersten Reihe stehen.
Susanne: Ja klar. Gerne komme ich zum Soundcheck, also alles total super. Ich freue mich.
Charly: Man bekommt hier auch das totale Urlaubsfeeling, dass die Sonne scheint und mit den Sonnenblumen und das ist
alles so schön und ja ich freue mich jetzt schon sehr auf das Konzert.
Susanne: Und die beiden Songs, die du ja heute auch spielst, also die beiden Songs, die du zusammen mit JP gemacht hast.
Charly: Ja die sind auch mit auf der IP drauf und wir spielen heute 2 Stunden, da hab ich noch das Medley von der Tour mit
rein gebaut, wo ich die Menschen auf eine Reise schicke und das wird super und ich schicke die Leute durch die
verschiedenen Projekte, von denen sie mich kennen. Zum Beispiel Jeanette Biedermann und so weiter. Álvaro Soler,
da habe ich auch mitgespielt . Und sie lernen auch den Song von Black Sleep kennen und ich spiele dann Schlagzeugsolo
und so, von meiner aller ersten Band. Und das wird super.
Ich werde jetzt gleich noch ein bisschen meine Stimme einölen, bevor ich auf die Bühne gehe und ein bisschen aufbauen.
Susanne: Sag mal, Charlie, bist du denn eigentlich nervös, wenn du auf die Bühne gehst?
Charly: Das ist unterschiedlich. Natürlich bin ich auch mal nervös, aber ich bin nicht jedes Mal nervös, denn das ist ja mein
Beruf, ich mache das sehr sehr oft. Wenn es jedes Mal so ein Angst-Kick geben würde, wäre das auch gar nicht so gesund.
Es ist schon eine Aufregung da. So, dass man merkt, dass der Puls ein bisschen schneller geht und das Herz schneller schlägt,
wenn man nicht genug geprobt hat, dann ist man nervös.
Bei meinen eigenen Sachen bin ich immer ein bisschen nervöser, weil ich da ja eine Verantwortung habe, bei anderen Sachen
kann man sich ein bisschen entspannen, manchmal hängt es auch damit zusammen, wer im Publikum sitzt.
Wenn man weiß da ist z.B. wenn ich Schlagzeug spiele, und dann kommt ein berühmter Schlagzeuger, der dann da sitzt
und mir sagt:
„Hey, viel Spaß beim Spielen!“ dann ist das besonders, und manchmal ist die Mutter da und sie hört natürlich bei jedem kleinen Fitzelchen,
ob ich auf der Höchstleistung bin oder nicht und dann macht mich noch ein bisschen nervöser.
Susanne: Das glaube ich sofort. Das wird jetzt super!
Charly: Das wird super, das wird ganz super und wir haben ja auch ganz gut mit der Band.
JB, hat sich auch ganz gute Sachen drauf geschafft. Nächstes Jahr mache ich ein bisschen ruhiger, das war jetzt ein bisschen viel.
Im November gehe ich auf „Unplugged Tour“
Da bin ich dann zusammen im Duo mit meinem Schlagzeuger unterwegs. Da werden wir dann Instrumentenwechsel
machen und ich will auch Percussion spielen und so weiter, das wird super toll.
Vielleicht gibt’s auch noch ein kleines Konzert in Berlin. Da sitzen wir gerade dran. Das Festival für dieses Jahr werde ich auch
mal ein paar andere Themen in meinem Leben lassen. Vielleicht auch mal ein bisschen länger als vier Tage zu Hause sein,
um auch mal das System ein bisschen runterzufahren, weil wie gesagt, dieser tägliche Adrenalin
Kick, der macht schon was mit dem Körper.
Susanne: Ja, unbedingt auf jeden Fall.
Da ist man die ganze Zeit ja so ein bisschen auf Trapp ist…..
Musik von der Bühne ist zu hören….
Susanne: Wie verbringst du denn deine Freizeit am liebsten?
Charly: Ich arbeite jetzt gerade daran, weil sonst habe ich ja eigentlich nicht viel Freizeit. Deshalb freue ich mich jetzt auch
drauf, dass ich auch wieder ein bisschen mehr Musik machen und nächstes Jahr neue Songs veröffentlichen kann
und so weiter. Ich habe ein schönes Studio in Berlin, meine Band ist in den Startlöchern, die haben auf jeden Fall alle Bock.
Und dann schauen wir mal, dass wir für nächstes Jahr wieder was schönes zusammen schnüren.
Susanne: Da bin ich mir sicher.
Charly: Ja ja, voll schön danke dir, es war voll schön!
Susanne: Bitte gerne. Ich hör schon, dass die Band jetzt mit dem Soundcheck anfängt. Ich hab auf jeden Fall Bock und
du kannst auch gerne den Soundcheck angucken
Charly: Mache ich gerne und dann danke fürs zuschauen und fürs zuhören und dass du dich so toll engagierst.
Susanne: Gerne und ich wünsche euch ein schönes Konzert.
Viel Spaß wünscht Euch, Susanne Panhans
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